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Keramikplatten und verwandte Produkte

Das Fliesen-ABC

Platten aus gebrannter Erde gehören zu den ältesten Baustoffen der Menschheit. Über die Jahrtausende perfektioniert, kennt man
heute verschiedenste Ausprägungen von keramischen Platten und verwandten Produkten. Hier erfahren sie alles rund um dieses
faszinierende Material.

Aussenplatten

In den letzten Jahren hat diese Anwendung sehr stark zugenommen. Das Einsatzgebiet dieser Platten ist vielfältig. So können viele
Beläge vom Innen- in den Aussenbereich gezogen werden. Das spezielle an keramischen Aussenplatten ist die Plattenstärke von 2 cm. Dies ermöglicht das Verlegen im Splittbett oder auf Stelzlagern. Auch das Verlegen mit konventioneller Klebetechnik ist unter gewissen Voraus-setzungen möglich. In Schweizer Breiten-graden kommt zusätzlich noch der Aspekt des Frostschutzes ins Spiel. Bei porösen Keramikplatten kann Wasser in die Platte eindringen und diese bei Frost sprengen. Daher sind für diesen Zweck möglichst
feinporige Platten zu verwenden, wie zum Beispiel Feinsteinzeug.

Bodenplatten

Bodenplatten finden seit Jahrtausenden Anwendung als Geh-, Fahr- oder Nutzfläche. Je nach Anwendung werden spezielle Anforderungen
an Bodenplatten gestellt, wie z.B. Belastungsfähigkeit, Rutschfestigkeit, Reinigungsmöglichkeit, Frostsicherheit usw.

Feinsteinzeugplatten

Feinsteinzeug ist eine Weiterentwicklung der Steinzeugfliese. Die fein aufbereiteten Rohstoffe werden vor dem Brennen mit hohem
Druck trocken gepresst. Dies ergibt Fliesen mit sehr guten Verschleisseigenschaften und von hoher Bruchfestigkeit. Die sehr
geringe Wasseraufnahme (weniger als 0.5 %) macht Feinsteinzeug zudem frostsicher. Feinsteinzeug drängt sich dort auf, wo mit einer starken Beanspruchung gerechnet wird, zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden, oder wenn der selbe keramische Belag vom Innenbereich auf die Terrasse weitergezogen wird.

Glasfliesen

Glas findet vor allem für Mosaike Verwendung. Dazu wird Quarzsand mit Farb- und Metalloxyden und anderen Zusatzstoffen vermischt, bei hohen Temperaturen zu einer zähen Masse geschmolzen, aus-gewallt und zu den bekannten Mosaik-Plättchen geschnitten. Weniger oft werden Farbpapiere oder ganze Bilder hinter Klarglas geklebt und als Fliesen verlegt.

Glasiert / unglasiert

Die Glasur schützt den Scherben vor Verschmutzung und wirkt als Farb-, respektive Dekorträger. Die Glasur weist meist eine geringere Abriebfestigkeit auf als das Trägermaterial. Andere Eigenschaften, wie chemische Beständigkeit, Rutschhemmung und Ritzhärte, können je nach Art der Oberfläche sehr unterschiedlich sein.

Keramikfliesen

Unter Keramikfliesen versteht man keramische Platten, welche als Wandverkleidung und als Bodenbelag im Innen- und im Aussenbereich verwendet werden.

Der Begriff «Fliese» wird auch für andere Materialien genutzt, um Bauteile ähnlicher Form zu klassifizieren. In der Schweiz spricht man meist von «Plättli», während in der Schriftsprache oft auch «Platten» verwendet wird. So nennt sich der Fachmann, welcher die keramischen Platten verlegt, auch Plattenleger.

Klinker und Spaltklinker

Klinker besteht aus Schamotte, Feldspäten und weiss- oder rotbrennenden Tonen. Wie Cotto wird Klinker als Teig angerührt und im Strangpressverfahren geformt. Nach der Trocknung wird der Hartziegel glasiert oder unglasiert bei 1200 °C gebrannt. Hohe Kantenschärfe und Beständigkeit gegen Wasser und Frost machen Klinker zu einem idealen Boden- und Wandbelag für Innen- und Aussenbereiche.

Kunststein harzgebunden

Agglo-Marmore und Quarzwerkstoffe sind künstliche Steine, bei denen der Zement als mineralisches Bindemittel durch Kunstharz
ersetzt wird.

Der Kunststein entsteht durch Verbindung von zermahlenem Gesteinsmehl und Kunstharz. Dieses Material zeichnet sich durch die günstigen Herstellungskosten bei dennoch hoher Qualität aus.

Kunststein zementgebunden

Zementgebundene Kunststeine werden aus zwei unterschiedlich zusammengesetzten mineralischen Mischungen hergestellt. Eine
Mischung wird mit Gesteins-Splitt, dem Bindemittel Zement und Zementfarben unter Zugabe von Anmachwasser erdfeucht hergestellt. Diese Masse wird in vorbereitete Formen eingebracht und anschliessend eingestampft oder gerüttelt. Eine zweite Mischung aus Beton wird über die erste Mischung eingebracht und allenfalls durch die Einlage von Baustahl gegen statische Beanspruchungen armiert. Nach dem Aushärten wird die Sichtfläche geglättet oder geschliffen und offene Poren allenfalls ausgespachtelt.

Mosaik

Mosaik ist eine schon im Altertum bekannte Gattung der Maltechnik, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen oder verschieden geformten Teilen Muster oder Bilder entstehen. Dabei können verschiedene Materialien verwendet werden. Im Zusammenhang mit Fliesen sind aber kleinformatige Fliesen (< 10 x 10 cm) aus Steinzeug, Feinsteinzeug, Glas oder Naturstein für Wand und Boden gemeint. Zur einfacheren Verlegung sind die Mosaikteile heutzutage in der Regel auf ein Netz verklebt, sodass in einem Arbeitsschritt gleich eine Fläche von beispielsweise 30 x 30 cm verlegt werden kann. Mit Mosaik ist auch die Belegung von gerundeten Flächen möglich. Sehr häufig findet Mosaik in Wellnessbereichen, Nassbereichen oder Schwimmbädern Anwendung.

Reinigung und Pflege

Die verschiedenen Materialien weisen unterschiedliche Eigenschaften auf, was sich auch in der Reinigung widerspiegelt. Hierbei sind die Anforderungen an die Oberfläche im Auge zu behalten. Themen sind Säure- oder Laugenbeständigkeit, Flecken- oder Wasserempfindlichkeit, Veränderung der Optik (Alterung, Gebrauchsspuren usw.), Reparaturfähigkeit oder die mechanische Belastbarkeit.

Hinweise für die Unterhalts- und Grundreinigung wird der Leger bei der Übergabe abgeben. Weitere Ansprechpartner sind professionelle Gebäudereiniger, der Händler oder Hersteller des entsprechenden Belages.

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Spaltplatten

Zu der Familie der Steinzeugfliesen gehören auch die Spaltplatten. Ein hoher Anteil an Feldspat sorgt für die typische rot-braune Farbe und die geflammte Optik. Früher wurden die stranggepressten Platten von Hand mit dem Hammer gespalten; daher der Name. Spaltplatten sind sehr robust, verfügen über eine hohe Frostbeständigkeit und werden deshalb gerne für Terrassenbeläge oder im Garten verwendet.

Steingutplatten

Steingut wird mit einer Temperatur von 950 – 1150 C° gebrannt. Das Material ist porös und kann bis zu 10 % Wasser aufnehmen - aus diesem Grund ist es nicht frostbeständig. Die Anwendung von Steingut beschränkt sich deshalb auf den Innenbereich, meist
als glasierte Wandfliese. Steingut lässt sich jedoch gut bearbeiten und dekorieren.

Für die Herstellung von Steingut gibt es zwei Verfahren. Beim Einbrandverfahren (Monoporosa) wird direkt nach der Formgebung flüssige Glasur auf die Fliese aufgetragen. Anschliessend wird sie mit dem gewünschten Muster bedruckt und gebrannt. Beim Zweibrandverfahren (Biporosa) wird zuerst der Scherben gebrannt. Danach wird die Fliese glasiert, bedruckt und anschliessend nochmals gebrannt.

Steinzeugplatten

Steinzeug hat durch die höheren Brandtemperaturen (1150 – 1300 C°) und seine spezielle Rezeptur eine höhere Dichte. Steinzeug ist daher mechanisch fester und nimmt weniger als 3 Prozent Wasser auf. Das macht das Material jedoch nur bedingt frostsicher. Unglasierte Steinzeugfliesen findet man vor allem in stark beanspruchten Bereichen wie in öffentlichen Gebäuden, Industrie und Gewerbe; die Oberfläche sorgt hier für die benötigte Rutschhemmung. Klassische Bodenfliesen bestehen aus glasiertem Steinzeug.

Terracotta / Cotta

Diese Fliesenart, oft auch Cotto genannt, besteht hauptsächlich aus Kalkmergel, welcher im Tagebau gewonnen wird. Der Ton wird mit Wasser vermengt, geknetet, durch eine Zerkleinerungsanlage gedreht, gepresst und getrocknet. Im Brennofen entsteht anschliessend währen rund 2 Tagen aus dem blau-grauen Ton der typisch rötlich gefärbte Cotto.

Terrazzo

Terrazzo ist die Bezeichnung für einen bereits seit der Antike bekannten Bodenbelag, der auf der Baustelle mit dekorativen, oft farbigen Zuschlagstoffen direkt auf die Estrich-Unterlage eingebracht wird; dadurch bildet er mit dem Unterlagsboden eine Einheit. Nach der Trocknung wird er geschliffen und poliert und erhält damit seinen typischen Glanz.

«Terrazzo-Platten» ist ein umgangssprachlicher Begriff für Betonwerksteine, die als Formatplatte mit fertig geschliffener Oberfläche in Werken hergestellt und vor Ort verlegt werden. Diese rationelle Art der Herstellung eines Terrazzobodens ist heute verbreitet.
In Abgrenzung davon und zur Verdeutlichung spricht man bei einem traditionell «vor Ort» hergestellten, also fugenlos gegossenem Terrazzo in Fachkreisen von einem «Orts-Terrazzo», umgangssprachlich auch von «Guss-Terrazzo».

Wandplatten

Wandplatten haben in den meisten Fällen hauptsächlich einen dekorativen Aspekt und unterliegen dadurch weniger technischen Anforderungen. Daher ist die Materialwahl für Wandplatten flexibler und offener, wodurch Steingut und Steinzeug in dieser Anwendung verbreitet sind.

Zementplatten

Die Beschaffenheit von Zementplatten können nicht nach den Massstäben industrieller Steinzeugplatten bemessen werden. Es gibt leichte Farbunterschiede der einzelnen Platten in der selben Lieferung. Diese Schwankungen in den Farbnuancen machen aber die stilvolle Lebendigkeit und Exklusivität des Materials aus. Das Material bekommt durch seine Nutzung die typischen Patina und seine unverwechselbare Optik.